Sommergelee

Im Januar 2009 saßen Karl Hosse und Haimo Hieronymus im Bogen bei einem gemütlichen Gläschen Mineralwasser. Karl meinte etwas flapsig: “Wir müssen mal wieder was machen.” So könnte man die Legende des Beginns vom Sommergelee umschreiben. Eine kleine Erfolgsgeschichte nahm ihren Anfang, die nun mit dem Jahr 2012 zunächst einmal abgeschlossen scheint. Vier Jahre reichen erst einmal. Auch wenn für viele “Sommergelee” ein Markenname geworden ist, so muss dieser mit Leben gefüllt werden. Da wir dies ehrenamtlich gemacht haben, ging viel Energie da herein. Nun ist eine Verschnaufpause angesagt. Allen, denen dies nicht gefällt: Ihr seid herzlich eingeladen ein weiteres Sommergelee zu komponieren und zu organisieren!

Die Geistesblitze und Ideen wurden zum Spielball jenes Abends. Eine ungenaue Vorstellung von Etwas in der Tasche hörten wir aus den Megaphon Tonstudio von Martin Meinschäfer ungewöhnliche Klänge. Wir packten also unsere Wasserflasche und zwei Gläser und suchten die Musiker auf. Auf die Frage, was so geht, meinten diese, sie würden gerade “jammen”.  – wir mussten uns nur noch anschauen, ein Name für die geplante Veranstaltung war geboren “Sommergelee”.

Aus der Idee wurde Realität. Im Jahre 2009 haben wir eine erste privat organisierte Neheimer Kulturwoche angeboten. Alles war improvisiert, von den Veranstaltungen über die Kurse, die Werbeflyer und sogar der Internetauftritt. Die Veranstaltungen hatten ganz plötzlich komische Namen wie “Malen ohne Zahlen” oder “Aus der Drehung entspringt die Kraft”, wie “Was unter der Oberfläche übrig blieb” oder was auch immer, auch das war wichtig. Egal, es hat viel Freude bereitet. Konzerte und fahrbares Kino, Tanz-, Schauspiel- und Malkurse,  Party, ein Feuerbild und vor allem viel Kunst. Glücklicherweise fanden wir in einem Großteil der Bogenmitglieder (Kirsten Minkel, Manuel Quero, Pit Schrage, Stephanie Neuhaus), einigen Sponsoren (z.B. Sparkasse Arnsberg-Sundern, Tacheles in Neheim) und vielen Freiwilligen (z.B. Renate Meinardus, Achim und Dorothea Benke, Leonard Billeke, Yanic Roßmann, Andrea Künitz, Studenten der Kunstakademie Kassel, Yehuda Almagor, D-Zug und andere Musiker, Accord on Bleu, Bubble Jazzband, Rosen und Gomorrha u. v. a.) eine breite Gruppe von Unterstützern, ohne die das alles gar nicht zu stemmen gewesen wäre. Trotz der eindringlichen Warnung, man dürfe sich nicht verzetteln hat es irgendwie funktioniert und dabei viel gebracht. Die Bevölkerung Arnsbergs hat nach zögerlichem Auftakt vor allem die kostenfreien Kurse sehr gut frequentiert.

Die Jahre 2010, 2011 und 2012 hatten jeweils einen sehr eigenen Charakter, jedes Mal mit anderen Akteuren (z.B. Marlene Winter und Stephan Kampwirth, Paul Fastnacht, Sebastian Betz, Markus Brake, Benno Derda, die offizielle Big-Band der europäischen Kulturhauptstadt Ruhr2010 unter Leitung von Uwe Plath und so vielen anderen), jedes Mal unter anderen Voraussetzungen. Immer sehr spielerisch, manchmal sehr aufreibend und jedes Mal haben wir uns verzettelt. Und um die Worte eines bekannten Bürgermeisters leicht verändert zu gebrauchen: Das war gut so!

Sommergelee verstehen Karl Hosse und ich  als sozialkünstlerisches Projekt, das als Idee hoffentlich in den Köpfen und Herzen der Menschen erhalten bleibt.

Dank allen, die mitgeholfen haben. Wir müssen aufbrechen zu neuen Ufern. Wir müssen mal wieder peinlich sein und uns anders verzetteln. Wer weiß, vielleicht werden wir demnächst wieder durch die Städte laufen und den Menschen Gedichte vortragen…