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Im August 2012 wurde am Lauf der Ruhr im Rahmen der Renaturierung eine neue Arbeit installiert. Nach dem Entwurf wurde die Arbeit unter denm Titel “Einblicke” von der Firma FHS-Holztechnik in Arnsberg Niedereimer erstellt. http://www.ruhrnatur.de/projekt/einblicke.html

Verwendet wurden hierfür Holzarten, die im direkten Umfeld der Ruhr wachsen. Kiefer, Eiche und Robinie. Einige Hölzer wurden komplett durchbohrt, so entstehen Fokussierrohre. Der Besucher hat die Möglichkeit, sich kleine Ausschnitte der Uferlandschaft zu wählen und diese konzentriert zu betrachten. Das verändert unter Umständen die eigene Sicht auf die Renaturierung, welche ja durchaus umstritten ist.

Im Laufe der nächsten Jahre wird diese Arbeit verrotten, dabei gleichzeitig zum Lebensraum für Kleinstlebewesen. Kunst darf auch vergänglich sein und muss keinen Ewigkeitsanspruch in sich tragen.

Der Text der noch kommenden Schautafel:

“Einblicke

Die Renaturierung der Ruhr hat eine ungeheure Fülle an sich wieder ansiedelnden Arten hervorgebracht. Über eine inzwischen fast wildromantische Flusslandschaft kann der Besucher die Blicke schweifen lassen. Dabei sollte immer im Bewusstsein bleiben, dass es sich um eine ehemals begradigte Kulturlandschaft handelt, die sich im Zustand der allmählichen Heilung befindet.

Die  Menge an unterschiedlichen Aspekten, welche zu beobachten sind, kann schon mal den Blick für das Einzelne versperren. Mit der Sinnesstation „Einblicke“ soll eine Hilfe gegeben werden, die Perspektive auf diese Einzelheiten zu richten. Hierbei sollen keine Besonderheiten gezeigt werden, sondern wichtige Aspekte der Renaturierung fokussiert werden. Dabei kommen drei Aspekte zum Zuge: der Uferbewuchs, der Flusssaum und das Wasser. Nehmen Sie sich Zeit und Sie werden die Ruhr mit etwas anderen Augen sehen.

Da die Station aus unbehandeltem Holz gefertigt ist, welches in den Ufergebieten der Ruhr wächst, befindet sie sich im Prozess steter Veränderung. Mit den Jahren wird „Einblicke“ verrotten. Auch dies ist ein beabsichtigter Aspekt dieses Kunstwerks. Alles ist im Begriff ständiger Veränderung und wird dabei selbst zum Kleinbiotop für Insekten, Mäuse und andere Lebewesen. ”